Christian Carmienke

Leserbrief: "Digitale Infrastruktur verantwortungsvoll gestalten"

Antwort auf "Nicht durchdacht von Andrea Denecke"

Kritische Stimmen gehören zu einer lebendigen Demokratie – gerade bei Zukunftsthemen.

Beim Thema digitale Infrastruktur ist eine Differenzierung wichtig: Es geht nicht um riesige Industrieanlagen internationaler Konzerne, sondern um regionale Lösungen wie sogenannte Edge-Server – kleinere, dezentrale Recheneinheiten, die dort arbeiten, wo Daten entstehen. Sie sind weder mit Hyperscale-Rechenzentren vergleichbar noch in deren Größenordnung beim Ressourcenverbrauch.

Richtig ist: Rechenzentren schaffen nur wenige direkte Arbeitsplätze. Doch Infrastruktur schafft Voraussetzungen. Auch Straßen oder Stromnetze schaffen keine Jobs – sie ermöglichen wirtschaftliche Tätigkeit. Digitale Infrastruktur wird künftig ein Standortfaktor sein. Wenn wir uns ihr verweigern, entscheiden andere über Wertschöpfung und Datenhoheit.

Technologie wird kommen – mit Chancen und Risiken. Gerade deshalb müssen wir sie aktiv begleiten und mit europäischen Datenschutz- und Ethikstandards gestalten, statt sie allein den USA oder China zu überlassen.

Ökologische Prüfungen sind selbstverständlich. Doch pauschale Ablehnung greift zu kurz. Entscheidend ist, ob wir verantwortungsvoll mitgestalten